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BILDER

ST.-JOSEPH-KRANKENHAUS, BERLIN
BERLIN-TEMPELHOF



AUFGABE

Zwischen 1974 und 1976 wurden 2 Büros beauftragt, Vorschläge für ein neues Sanierungs- und Gesamtkonzept des St. Joseph-Krankenhauses zu erarbeiten. Die ersten Überlegungen gingen davon aus, die gesamte Altbausubstanz (errichtet 1927 – 28) zu erhalten. Zwei unterschiedliche Vorschläge (1974) versuchten, durch An- und Umbauten die zusätzlichen Untersuchungs- und Behandlungseinrichtungen zu schaffen und den Pflegebereich zu sanieren. Doch erhebliche bauliche und funktionelle Nachteile ließen sich nicht beheben.

So wurde 1976 beschlossen, gewisse Altbauteile abzureißen, die wesentlichen Untersuchungs-, Behandlungs- und Versorgungsbereiche sowie 278 Betten in einem Neubau unterzubringen und den verbleibenden Altbau für 242 Betten, die Dialyse und die physikalische Therapie zu sanieren.



IDEE

Es musste ein Konzept gefunden werden, das in einem ersten Neubauabschnitt sicherstellt, dass die vorhandene Bettenzahl während der Bauzeit nicht reduziert werden muss. Dazu bot sich der nordwestliche Geländeteil an, in dem lediglich die Prosektur und Werkstätten abgebrochen und in Provisorien untergebracht werden mussten. In 3 nacheinanderfolgenden Bauabschnitten entstand so ein zu 80 % neuer Krankenhauskomplex unter Nutzung von ca. 25 % Altbauteilen.



LÖSUNG

Konstruktion
Der Neubau ist auf einem Raster von 7,20 m x 7,20 geplant und in Fertigteilbauweise errichtet. Dies ermöglichte die Errichtung des Rohbaus im 1. BA mit über 100.000 m3 umbautem Raum in nur 6 Monaten. Die Beeinträchtigung des in unmittelbarer Nachbarschaft weiterlaufenden Krankenhausbetriebes war damit minimal.

Ausbau
Im Ausbau wurde darauf geachtet, dass durch Leichtbauinnenwände eine installationsfreundliche Lösung gefunden wurde, die es auch ermöglicht, ohne großen baulichen Aufwand Veränderungen vorzunehmen.

Haustechnik
- Lüftung
Vorzentrale und 35 Zuluftzentralen, z.T. klimatisiert. Im Technikgeschoss (8 m unterStraßenniveau). Sämtliche Abluftzentralen im DG bzw. über den Treppenhäusern. Alle Lüftungsanlagen wurden nach DIN 1946, Blatt 4 dimensioniert.

Energiesparmaßnahmen
Es wurden Wärmerückgewinnungssysteme mit Wärmepumpen installiert.

Heizung
2 Heißwasserkessel 110/70° C mit je 2.800 kW
3 Dampferzeuger 16 bar je 2 Tonnen Dampf/h
Heizflächen für Niedertemperaturheizung ausgelegt, in medizinischen Räumen als Plattenheizkörper
Leichtöllagerung – Nutzung von vorhandenen Tanks mit 400.000 Liter Inhalt, zusätzlich ein neuer Stahlbetontank mit 600.000 Liter

Wasser
Anschluss an die Stadtwasserversorgung incl. Druckerhöhung. Zusätzliche Enthärtungsanllage, Vollentsalzung, dezentrale Desinfektionsmittelversorgung sowie Umkehrosmoseanlage für Dialyse-Betrieb.

Medizinische Gase
Für je 2 Patientenbetten ist ein Sauerstoffanschluss vorgesehen. In Funktionsräumen wie OP’s, Entbindungsräumen, Intensivpflege sind die Medien vorhanden. Sauerstoff und Druckluft 6 und 12 bar, Lachgas und Vakuum.

Elektroanlagen
Aus dem 6 KV-Netz werden 5 Trafos mit zusammen 3.880 KVA gespeist. Allgemeine Ersatzstromversorgung über Dieselgeneratoren mit 1.250 KVA. Besondere Ersatzstromversorgung lebensnotwendiger Geräte über 2 Batterieanlagen mit 18 und 11 KVA.

Patientenrufanlage
Zentrales Kommunikationssystem mit Wechselsprechmöglichkeit und dezentraler Nachtschaltung.

Telefonanlage
40 Amtsleitungen, 390 Nebenstellen

Gebäudeleittechnik
Zur Überwachung und Orientierung der haustechnischen Anlagen mit 2000 Informationspunkten.

Medizintechnik
OP-Trakt mit 4 aseptischen und 2 septischen Operationseinheiten
3 medizinische Umbettschleusen
Sterilisation und Bettenzentrale
Waschstraße für Instrumente
2 Großraumsterilisatoren (12 STE), 1 Schnellsteri, 1 Kaltgassterilisator,
1 Bettendesinfektionsapparat für 7 Matratzen.
1 Bettgestellwaschstraße
1 Mülldesinfektionsapparat

Röntgen
8 Röntgenräume mit 9 Geräten, davon 2 mit automatischer Filmentwicklung sowie Tageslichtentwicklungssystem

Nuklearmedizin
2 Gammakameras, davon eine mit Rotationsstativ und ein 2- und 4-Kanal-Messplatz

Entbindung
3 Entbindungsräume
1 Raum für Neugeborenenreanimation
Ultraschalldiagnostik

Operative Intensivmedizin
8 Betten, überwiegend in 1-Bett-Zimmern
Bettseitige Patientenüberwachung
Zentrale Abfragemöglichkeit

Konservative Intensivpflege
10 Betten im Altbau

Pathologie
Sektionsraum mit 2 Tischen
Kühlraum für 36 Verstorbene
Demonstrationsraum mit 48 Plätzen
Pathologisches, histologisches und zytologisches Labor

Labor
Notfalllabor
Hämatologie
Klinische Chemie
Enzyme
Elektrophorese
Bakteriologie
Serologie

Apotheke
Neben dem allgemeinen Bereich wie Offizin, Galenisches Labor, Kühlräume und Lagerräume ist eine Sterilabteilung installiert.

Physikalische Therapie
In einem Neubau ist ein Bewegungsbecken mit 6 x 12 m entstanden.
4 Wanneneinrichtungen
Teilbäder
Elektrotherapie
Massageräume und Fangobereiche sowie ein größerer Gymnastiksaal komplettieren die Einrichtung.

Speisenversorgung
Die neue Zentralküche versorgt Patienten, Personal und Ordensschwestern mit 850 Portionen 3 x täglich. Es wird Wahlessen und Komponentenkost geboten.

Aufzüge
7-Betten-Aufzüge
1 Personenaufzug
2 Aufzüge zwischen OP- und Sterilisation
1 Aufzug für Speisewagen zum Personalspeiseraum
1 Aktenaufzug zum Archiv
1 Aufzug für Nuklearmedizin zum Abklingraum

Rohrpost
Druck-/Sauganlage mit 4 Linien und 35 Stationen, Durchmesser 12,5 cm.

Außenanlagen
Die von den Krankenzimmern einsehbaren Flachdächer des Behandlungstraktes sind als Dachgarten ausgebildet.




PROJEKTDATEN

Generalplaner:
Planungsring Dr. Jüchser - Jürgen Jüchser, Dr.-Ing., Architekt, Haale

Projektleiter:
Peter Pawlik, Dipl.-Ing., Architekt, Berlin
Für den 2. und 3. BA

Generalplaner:
Planungsring Dr. Jüchser + Pawlik

Bauleiter:
Peter Pawlik, Dipl.-Ing., Architekt (Rohbauarbeiten)

Bauleiter restliche Bereiche:
Heinz Bauschmann, Architekt

Mitarbeiter:
Harald Fromme, Architekt
Herbert Rymarzyk
Dieter Schuhmacher
Peter Werner
Mehdi Hafezi

Bauherr:
Katholische Wohltätigkeitsanstalt zur Heiligen Elisabeth in Reinbek

Fachingenieure:


GWA-, Elektro-, Heizungs- und Lüftungsanlagen:
Hollfelder-Consult Berlin
- Manfredo Knottner, Dipl.-Ing.
- Klaus Poppek, Dipl.-Ing.
- Freianlagen Wolf-Dieter Kamphausen, Wiesbaden

Funktionsberatung:
Heinle, Wischer + Partner, Stuttgart

Tragwerksplanung 1. und 2.
BA Klaus Quenzer, Bad Schwalbach

Tragwerksplanung 3. und 4.
BA Büro IBB, Danai & Zoega, Berlin
- Beratender Hygieniker Prof. Dr. K.O. Gundermann, Kiel
- Beratender Akustiker Dipl.-Ing. F. W. Heine, Aumühle

Farbberater:
Rüdiger Mahlau, Hamburg

Bauzeit (3 Bauabschnitte):
Herbst 1979 - Sommer 1986

GFZ: 40.800 m²

Umbauter Raum: 132.285 m3

Haupt- und Nebennutzfläche: 15.707 m²

Bettenzahl: 520 Betten

Altbau umbauter Raum: 42.467 m3

Haupt-und Nebennutzfläche: 5.371 m²

Gesamtkosten: ca. 163 Mio



HAUS RHEINSBERG

FA. INA - BAU - BÜROGEBÄUDE FIRMA INA -BAU

KRANKENHAUS CHEMNITZ

JOHANNITER - KRANKENHAUS IM FLÄMING

ALTMARKKLINIKUM SALZWEDEL

KLINIK ST. MARIENSTIFT MAGDEBURG

ELISABETH - KLINIK

BEHRING-KRANKENHAUS BERLIN

ST. JOSEPH KRANKENHAUS BERLIN